Peermediation

Veröffentlichungsdatum13.03.2024Lesedauer3 Minuten

PeermediationPeermediation und die Stärkung sozialer Gruppendynamik: Eine pädagogische Perspektive

In Schulen und anderen Bildungseinrichtungen ist die Förderung von sozialen Kompetenzen essentiell, da diese sowohl das Wohlbefinden der Schüler als auch den Erfolg des Lernens positiv beeinflusst. Ein bewährter Ansatz, um sowohl Konflikte zu lösen als auch die soziale Gruppendynamik zu stärken, ist die Peermediation. Peermediation bezieht Schüler aktiv in den Prozess der Konfliktlösung ein und fördert so Verantwortungsbewusstsein, Empathie und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit. 

Was ist Peermediation?

Überall wo Menschen zusammenkommen, gibt es auch Konflikte. Ziel der PEER

MEDIATION ist es Kinder und Jugendliche auszubilden, um anderen SchülerInnen bei

der Lösung alltäglicher Streitereien zu helfen. Dabei werden den Kindern zentrale Grundkenntnisse der Kommunikation und viele Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit ihr eigenes Konfliktverhalten kennenzulernen. Sie spielen Konfliktgespräche nach und üben vermittelnd einzugreifen. Zudem lernen die Kinder gemeinsame Lösungswege für alle Personen, die am Streit beteiligt sind zu schaffen. Die Grundidee besteht darin, dass Schülerinnen und Schüler oft besser gleichaltrige Kinder in der Konfliktlösung unterstützen  und sich diesen eher öffnen können als gegenüber Erwachsenen.

Die Vorteile von Peermediation

Peermediation bietet eine Vielzahl von Vorteilen, sowohl für die Schülermediatoren als auch für diejenigen, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen:

  1. Stärkung der sozialen Kompetenzen: Schüler, die als Mediatoren agieren, entwickeln Empathie, Kommunikationsfähigkeiten und Problemlösungsstrategien, die ihnen nicht nur bei der Mediation, sondern auch im täglichen Leben von Nutzen sind.
  2. Förderung von Verantwortung und Selbstbewusstsein: Die Übernahme der Rolle eines Mediators gibt den Schülern ein Gefühl von Verantwortung und Selbstbewusstsein, da sie erkennen, dass sie einen positiven Beitrag zur Schule und Gemeinschaft leisten können.
  3. Konfliktprävention und -lösung: Peermediation ermöglicht es den Schülern, Konflikte frühzeitig zu erkennen und konstruktiv zu lösen, bevor sie eskalieren und zu ernsthaften Problemen führen.
  4. Verbesserung des Schulklimas: Durch die Etablierung eines unterstützenden und respektvollen Klimas in der Schule trägt Peermediation dazu bei, Mobbing und andere Formen von negativem Verhalten zu reduzieren.
  5. Förderung von Respekt und Toleranz: Peermediation lehrt die Schüler, die Perspektive anderer zu verstehen und respektvoll miteinander umzugehen, unabhängig von Unterschieden in Hintergrund, Meinungen oder Interessen.

Wie Peermediation die soziale Gruppendynamik stärkt

Peermediation hat auch einen starken Einfluss auf die soziale Gruppendynamik innerhalb der Schule. Hier sind einige Möglichkeiten, wie Peermediation dazu beiträgt, ein positives und unterstützendes Umfeld zu schaffen:

  1. Stärkung des Zusammenhalts: Wenn Schüler sehen, dass ihre Mitschüler bereit sind, ihnen bei Konflikten zu helfen, stärkt dies das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft in der Schule.
  2. Förderung von Empathie und Solidarität: Durch die direkte Beteiligung an der Konfliktlösung entwickeln die Schüler ein tieferes Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Mitschüler, was zu einer Kultur der Empathie und Solidarität führt.
  3. Aufbau von Vertrauen und Respekt: Peermediation fördert Vertrauen und Respekt zwischen den Schülern, da sie lernen, aufeinander zuzugehen und sich auf eine gemeinsame konstruktive Lösung zu einigen, anstatt auf negative Weise miteinander umzugehen.
  4. Entwicklung von Führungsqualitäten: Schülermediatoren übernehmen eine Führungsrolle in der Schule, die sie dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen und ihre Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten weiter zu entwickeln.

Insgesamt ist Peermediation eine effektive Strategie, um nicht nur Konflikte zu lösen, sondern auch die soziale Gruppendynamik in Schulen zu stärken. Indem Schüler aktiv in den Prozess der Konfliktlösung einbezogen werden, können sie wichtige soziale Kompetenzen entwickeln und gleichzeitig eine positive Schulkultur fördern, die von Respekt, Zusammenarbeit und Unterstützung geprägt ist.